Diesmal ohne Träger unterwegs hab ich mir zusammen mit einem Freund Südamerika angesehen. Patagonien und die Osterinseln wollten wir kennenlernen.
Im argentinischen Patagonien angekommen hat uns bereits das windige Wetter erwartet, die Seen werden tatsächlich vom Wind allein so aufgepeischt, dass diese stehenden Gewässer eine Brandung aufweisen. Ich habe per Google Earth einen Fluss gefunden, der nach Chile fliesst, und diesem Fluss sind wir dann einfach an seiner wilderen Seite gefolgt. Wir sind 7 Tage, immer 12h am Tag unterwegs gewesen und tatsächlicherweise mit unserer letzten Mahlzeit im Zielgebiet ca 160km entfernt angekommen. Während unserer Wanderung haben wir uns 3 mal leicht bis schwer verirrt, sind kurz illegal in Chile eingereist und haben ausser den sehr schwer zu findenden Zollbeamten nur 2 Gauchos getroffen, die natürlich per Pferd in dieser Gegend unterwegs sind. Dass Patagonien rauh und unwirtlich ist kann ich bestätigen, trotzdem hat dieses Land einen Riesenvorteil, ebenso wie in Österreich kann man dort aus jedem Fluss einfach trinken, und dieses Detail ist für eine Weitwanderungen recht relevant, zumindest macht sie Sie gemütlicher.
Irgendwann sind wir dann am Weg nach Santiago auch in Pukon vorbeigekommen, dort schnell auf einen sehr lebendigen Vulkan rauf, und kurz darauf konnte ich dann endlich auf den Osterinseln relaxen, und dort fühl ich mich richtig wohl. Surfen und Tauchen gelernt, und auf Palmen raufgebouldert. …
Zehn Bergsteiger aus Österreich hatten das Ziel, den siebten Gipfel der Gerbirgskette -Dhaulagiri Himal- im nepalesischen Himalaya (7246m Höhe) von der Nordseite aus, im Königreich Dolpo, zu besteigen. Im Jahr 1954 war es der englische Bergsteiger Jimmy Roberts, der im Rahmen einer Erkundungsexpedition über die Nordwestflanke den Dhaulagiri VII erstbestieg.
Inklusive der hier besprochenen Expedition waren seit der Erstbesteigung weitere fünf Besteigungen erfolgreich. Die relativ niedrige Anzahl der Expeditionen erklärt sich daraus, dass durch die abgeschiedene Lage nahe dem tibetischen Hochplateau diese Region nur durch einen langen und beschwerlichen Hin- und Rückmarsch erreichbar ist.
Die Expedition wurde von einer 7 köpfigen Sherpa-crew und 41 Maultieren begleitet und benötigte 32 Tage für eine Strecke von 600 km. Die Route führte nahe am tibetischen Hochplateau vorbei und war länger als die ursprünglich geplante. Die kürzere Anmarschroute war aufgrund eines terroristischen Anschlags der in Aufruhr befindlichen nepalesischen Rebellen nicht möglich, da dabei der für die Expedition wichtige Flughafen zerstört worden war. Dadurch musste man einen wesentlich längeren Hin- und Rückweg in Kauf nehmen, der die Basecampzeit auf sieben Tage beschränkte. Es ergab sich somit ein sehr knapp kalkulierter Zeitplan, der gröbere Probleme (z.B. Wetter, schlechte Akklimatisation) leider nicht berücksichtigen konnte. Innerhalb der ersten vier Trekkingtage stieg das Höhenprofil auf ein Höhe von 5600 Meter an, und führte direkt auf das tibetische Hochplateau mit 5000 Metern.
Nach einem der höchsten Pässe der Welt mit 5900 Metern kamen wir zu einem mit den Rebellen sympathisierenden Dorf auf 3200 Meter Höhe. Nach zwölf Tagen Fußmarsch wurde schließlich das Basecamp auf einer Höhe von 4800 Metern erreicht.
Kälte, Wind und Schnee machten es nur zwei Expeditionsteilnehmern möglich, den Gipfel am 17. Oktober 2002 zu besteigen. Somit fällt die Expedition unter die Kategorie erfolgreiche Expedition. Am Heimweg war durch den kommenden Winter die Möglichkeit entfallen, den höchsten Pass als Abkürzung zu benutzen. Ein längerer(um ca. 100km), dafür tiefer gelegener Weg machte die Rückkehr möglich.
Das Snowboard war natürlich dabei, und wurde auch benutzt.
Kilimanscharo (5900m), spassigster persönlicher Downhill, 4800 Höhenmeter, 35 km in 4 Stunden.
Eine Reise unter Freunden, …
Erwähnenswert wäre da nur ein Tag:
Konnte bis 01 in Früh nicht einschlafen, blöd irgendwie, da es um 04 wieder zum Aufstehen galt. Der Schlafplatz war am warmen Sand nahe dem Kraterrand des Kibos. Der Geruch des Schwefels lag in der Luft. Im Sand stehen senkrecht abfallende Teile des Gletschers, sie sind um die 20 Meter hoch und schimmern in einem kühlen Blau. … So um 08 sind alle am Gipfel, hoch über Afrika. Ein Genuss. … Nachdem einige von uns den 35km, 4800 Höhenmeter-Downhill innerhalb von vier Stunden liefen, hatten wir noch genug Zeit noch am selben Abend in die drei Stunden entfernt liegende Hauptstadt Tansanias, Arusha zu fahren. Ein öffentliches Verkehrsmittel veranlasste uns zwar sehr genau auf unser Gepäck zu achten, aber dank dieses Busses kamen wir aber so gegen 23 Uhr an. … Nach einem ausgiebigen Mahl sind wir dann in eine Art Telekomball reingeraten, wo wir doch als kleine Attraktion angesehen wurden. … Freundliche Mädchen verschleppten uns dann so gegen 05 in eine Kellerdisko, wo wir wir bald geschlossen in unser Hotel zurückwollten. … Dort dann ein gutes Frühstück. …
Erste Snowboardbefahrung des Mera Peak (6420m) im Solukhumbu, Nepal.
Ein gewaltiges Naturschauspiel, verlegte die Anmarschroute in ein etwas höher gelegenes Gebiet.
Zwei Monate bevor wir in Nepal ankamen, brach in der Solu Khumbu Region ein natürlicher Staudamm, der sich dann über 300 km Länge voller Verwüstung talauswärts bewegte. Das Flussbett war teilweise auf eine Breite von dreihundert Metern zerstört worden. Die Bewohner, welche das Naturschauspiel beobachtet hatten berichteten, dass es um 05 Uhr morgens begann und es sich erst gegen Mitternacht beruhigte. Kinetische Energien des Wassers schossen hochhausgroße Felsbrocken in die Höhe, die allein schon ein mittleres Erdbeben auslösten…
Durch Schlechtwetter wurden wir gezwungen einen zusätzlichen Pausetag am Hochlager (6000m) zu halten. Beim Aufstieg, im Hintergrund der Mount Everest wurde durch sehr wenig Sicht leider nicht der Hauptgipfel erreicht, sondern ein Nebengipfel mit 6420 Meter Höhe. Die anschließende Snowboard-Erstbefahrung im Schlechtwetter war einfach ein Abenteuer.
Erste österreichische Raksha Urai Expedition (6400m) in Far Western Nepal. Versuch einer Snowboarderstbefahrung.
Das gesamte Gebiet, Far western Nepal (entspricht ca der Grösse der Steiermark) war in den letzten Jahrzehnten davor westlichen Reisenden niemals geöffnet worden. Somit waren wir, die erste Österreichische Raksha Urai Expedition 97, im Begriff wirkliches Neuland, und zwar Tag für Tag, neuzubegehen. Bis zu unserem Besuch gab es keine Fotos und auch keine Karten dieser wilden Gegend, die einst Harrer auf seiner Flucht nach Tibet schon kurz streifte. Tiger, Schneeleoparden und Bären hinterliessen ihre Spuren, und überhaupt: Für mich war das der Beginn meiner Reise.
Wir waren 28 Tage unterwegs, und fanden 28000 Höhenmeter in unseren Beinen. Es war traumhaft schön, dennoch als wir am Basecamp ankamen und unser erstes Highcamp errichtet hatten, kam ein Nachmonsum mit zwei Meter Neuschnee vorbei. Der Schnee wäre und war hervorragend zum Snowboarden, doch das Wetter kostete uns hier den ersten Gipfel und somit den Erfolg einer Expedition.